



Werke
u.a.
1911 Brennendes Geheimnis
1927 Verwirrung der
Gefühle
1927 Sternstunden der Menschheit
1934
Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam
1936 Baumeister
der Welt
1938 Ungeduld des Herzens
1941 Schachnovelle
1942 Die Welt von gestern
Stefan
Zweig (1881 - 1942)
Sowohl
in der Mode als
auch in den Bekleidungsgewohnheiten spiegeln sich die
gesellschaftlichen und politischen Strukturen eines bestimmten
Kulturkreises wider. Diese Tatsache stellte Stefan Zweig bereits in
seinem autobiografischen
Werk "Die
Welt
von gestern - Erinnerungen eines
Europäers" fest:
"Während
der
junge Mann und die junge Frau unserer Zeit ... sich schon an ihrer
äußeren Erscheinung kameradschaftlich einander
anpassten, distanzierten sich in jener Epoche die Geschlechter ... Die
Männer trugen lange Bärte zur Schau oder zwirbelten
zum einen mächtigen Schnurrbart als weithin erkennbares
Attribut ihrer Männlichkeit empor, während bei der
Frau das Korsett das wesentliche weibliche Geschlechtsmerkmal des
Busens ostentativ sichtbar machte.
Überbetont war das
sogenannte Geschlecht auch in Haltung, die man von ihm verlangte, der
Mann forsch, ritterlich und aggressiv, die Frau schüchtern und
defensiv, Jäger und Beute, statt gleich und gleich.
Durch
diese unnatürliche Auseinanderspannung im
äußeren Habitus musste sich die Erotik
verstärken, und so erreichte dank der unpsychologischen
Methode des Verhüllens und Verschweigens die Gesellschaft von
damals genau das Gegenteil. Denn da sie in ihrer unablässigen
Angst und Prüderie dem Unsittlichen in allen Formen des
Lebens, Literatur, Kunst, Kleidung ständig
nachspürte, ... war sie eigentlich gezwungen
unablässig an das Unsittliche zu denken."
"...man
braucht bloß auf die Mode zu blicken, denn jede Mode eines
Jahrhunderts verrät mit ihrer optisch gewordenen
Geschmacksrichtung unwillkürlich auch die Moral", so Zweig.
In
diesem Buch schildert und analysiert Stefan Zweig auch das Leben im
Wien der Jahrhundertwende, denn er hatte als Sohn einer reichen Wiener
Industriellenfamilie jüdischer Herkunft viele Jahre seines
Lebens in Wien verbracht. Nationalsozialismus und der "zweite
Weltkrieg" zwangen ihn jedoch zur Emigration nach England und New York
und Brasilien. Dort nahm er sich aus Verzweiflung über die
Zerstörung seiner geistigen Heimat 1942 das Leben.