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Adelbert von Chamisso (1781 – 1838),
Naturforscher und Dichter

Kennen Sie die Erzählung vom verlorenen Schatten?

Es handelt sich um die Geschichte des Peter Schlemihls,
der seinen Schatten verkaufte!



Nach einer anstrengenden Seereise lernt Peter Schlemihl den reichen Kaufmann Thomas John kennen, in dessen Garten er einem eigenartigen grauen Herrn begegnet. Dieser überredet ihn dazu, seinen Schatten für ein Säckel voller Gold zu verkaufen, der wie ein Füllhorn nie versiegt. Schon bald muss er erkennen, dass dies den Ausschluss aus der menschlichen Gesellschaft bedeutet. Sobald die Menschen merken, dass er keinen Schatten hat, bekommen sie Angst und halten sich von ihm fern oder verspotten ihn…
Später verliebt er sich aber in die schöne Mina, die er aber nur ehelichen kann, wenn er seinen Schatten zurückgewinnt!
Gelingt dies?
Und unter welchen Bedingungen?

Auszug aus „Peter Schlemihls wundersame Geschichte" (1813):

 „Und Dich, mein lieber Chamisso, hab ich zum Bewahrer meiner wundersamen Geschichte erkoren, auf dass sie vielleicht, wenn ich von der Erde verschwunden bin, manchen ihrer Bewohner zur nützlichen Lehre gereichen könne. Du aber, mein Freund, willst Du unter den Menschen leben, so lerne verehren zuvörderst den Schatten, sodann das Geld. Willst Du nur Dir und Deinem bessern Selbst leben, o so brauchst Du keinen Rat“

"Peter Schlemihls wundersame Geschichte" hier vollständig zum Nachlesen!


Auf der Vorlage dieser Geschichte entstand ein volkstümliches
Lied
, das die verkürzte Geschichte wiedergibt:

Es war einmal ein Mensch mit Namen Schlemihl
den sprach einst einer an,
 ob er ihm nicht seinen
Schatten verkauft?
 Er wär alsbald ein reicher Mann!
 
Nach kurzem Bedenken willigt er ein und bekam
einen Beutel zum Lohn
 „Dies Säcklein, das wird niemals leer“ sprach
der düstre Schattenkäufer  voll Hohn
„Ja ich denk ich tat einen guten Tausch“,
sagt sich unser Schlemihl alsdann
„ich kauf mir Schlossund Gut und Hof,
was fang ich schon mit
einem Schatten an?“

 Der Herr Schlemihl, der zog in ein and’res Land, kauft sich Schloss und Gut
und Hof und heiraten wollt er dann auch bald, eine Auserwählte gab es schon
Er ging zu seiner Geliebten Haus, fragt „Willst du mich nehmen zum Mann?“
„Drei Tage Bedenkzeit bitt’ ich mir aus, bevor ich Ja sagen kann.“

 Doch die Sonne sie schien auf seine Gestalt, und ohne Schatten stand er da
 „Niemals nehme zum Manne ich dich, ohne Schatten bist du auch der Seele bar“
In der Tat, Schlemihl hat seinen Schatten verkauft, dabei seine Seele verlor’n
Danach hat man niemals mehr von ihm gehört, und niemand weiß mehr, dass er einst gebor’n.


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