Das Hildebrandlied und die Merseburger Zaubersprüche sind die einzig übrig gebliebenen Dichtungen aus dem Altgermanischen unter Karl dem Großen (768-814) 

Das Hildebrandlied – Germanisches Heldenlied  wurde von 2 Mönchen um 800 aufgezeichnet. 

Textprobe: 

…Ik gehorta dat sagen, dat sih urhetton aenon muotin Hiltibrant enti Hadubrant intar herim tuem Sanufatarungu iro saro rithun …

Ich hörte das sagen, dass sich herausforderten eines Mutes Hildebrand und Hadubrand zwischen Heeren zweien (beiden) Sohn und Vater ihre Rüstungen richteten… 

Handlung: 

Hildebrand, der Waffenmeister trifft nach 20 jähriger Abwesenheit in der oberitalienischen Heimat auf seinen Sohn Hadubrand, dieser erkennt ihn nicht, obwohl der Vater sich zu erkennen gibt, glaubt ihm der Sohn nicht. So scheint ein Kampf unvermeidlich – zuerst mit Speeren und dann mit Schwertern. …
Hier bricht der Text ab, vermutet wird auf Grund von Textüberlieferungen, dass der Vater den Sohn tötet. Andere, jüngere Fassungen (13.Jh.) enden mit Abbruch und Versöhnung. 

Merseburger Zaubersprüche: 

Im 10.Jh. in althochdeutscher Sprache (1841 erst aufgefunden) . Sie könnten viel älter sein, da frühere Sprüche heidnisch geprägt sind (und christliche geprägte Sprüche erst später hinzukamen). 

Erster Spruch: Walküren befreien eigene Leute, die beim Gegner gefangen sind: Entspring`den Haftbanden, entfahr`den Feinden 

Zweiter Spruch: Eine Gruppe von germanischen Göttern reitet in einen Wald, „da wird dem Fohlen Baldurs ein Fuß verrenkt“. Götter und Göttinnen bemühen sich vergebens, das Pferd zu heilen, bis es schließlich Wotan gelingt: „ Bein zu Bein, Blut zu Blut, Gliedmaße zu Gliedmaße, als ob sie geleimt wären.